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By Thomas Schübel

Thomas Schübel untersucht die Gründe für die Erfolgsgeschichte des Lebensqualitätsthemas in der Medizin. Diskursanalytisch rekonstruiert er „Lebensqualität“ als Inszenierung von Rationalität angesichts medizinischer Entscheidungen, die rational eigentlich gar nicht mehr getroffen werden können. In der Folge lässt sich die Etablierung des Lebensqualitätsthemas in der Medizin als Immunisierungsstrategie einer um Deutungsmacht ringenden Disziplin interpretieren. Der kritische Blick auf die Begründungsfiguren im medizinischen Lebensqualitätsdiskurs kann auch anderen Praxisfeldern vor Augen führen, wie schwierig es ist, Interventionshandeln mit „Wissenschaft“ zu begründen.

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Grenzen der Medizin : Zur diskursiven Konstruktion medizinischen Wissens über Lebensqualität

Thomas Schübel untersucht die Gründe für die Erfolgsgeschichte des Lebensqualitätsthemas in der Medizin. Diskursanalytisch rekonstruiert er „Lebensqualität“ als Inszenierung von Rationalität angesichts medizinischer Entscheidungen, die rational eigentlich gar nicht mehr getroffen werden können. In der Folge lässt sich die Etablierung des Lebensqualitätsthemas in der Medizin als Immunisierungsstrategie einer um Deutungsmacht ringenden Disziplin interpretieren.

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H. beseitigt oder gelindert werden kann und die nicht nur eine normale Schwankung der Leistungsfähigkeit ist, der jeder Körper ausgesetzt ist. (Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Zivilsachen (BGHZ), 1958, 44: 208) Von Bedeutung ist auch die Auslegung durch das Bundessozialgericht: Krankheit ist ein regelwidriger körperlicher, geistiger oder seelischer Zustand, der Arbeitsunfähigkeit oder Behandlung oder beides nötig macht. 1972, 9RV 556/71) 42 3. Medizinisches Wissen soziologisch betrachtet Sowohl die Auslegung des BGH als auch diejenige des BSG definieren Krankheit als (versicherungsrechtlichen) „Leistungsfall“ bei Behandlungsbedürftigkeit aufgrund verlorener Leistungsfähigkeit.

Rothschuh formulierte folgende medizinische Definition von Krankheit: Krank ist der Mensch, der wegen des Verlustes des abgestimmten Zusammenwirkens der physischen oder psychischen oder psycho-physischen Funktionsglieder des Organismus subjektiv (oder-und) klinisch (oder-und) sozial hilfsbedürftig wird. „Krankheit“ ist dann der „Zustand der subjektiven (oder-und) klinischen (oder-und) sozialen Hilfsbedürftigkeit eines Menschen infolge des Verlustes des abgestimmten Zusammenwirkens der physischen oder psychischen oder psycho-physischen Funktionsglieder des Organismus“.

Abgesehen vom Kontext ärztlich-professionellen Handelns sind hier vor allem sozial- und versicherungsrechtliche Definitionen von Belang. Im Fünften Buch des Sozialgesetzbuches (SGB V) wird zwar die gesetzlich zugesicherte Versorgung im Krankheitsfall geregelt, allerdings erfolgt keine Definition von Krankheit. Wie so oft hat es der Gesetzgeber wohl aus gutem Grund vermieden, einen nur schwer greifbaren Begriff im Gesetzestext formal zu definieren. Rechtswissenschaftlich ist von einem „unbestimmten Rechtsbegriff“ die Rede, der angesichts der Praxis der Rechtsprechung absichtlich auf eine Festlegung verzichtet, die alle möglichen Ausgestaltungen des angesprochenen Gegenstandes abzudecken versuchte.

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