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By Udo Bermbach

"Im Kunstwerk werden wir Eins sein", verheißt Richard Wagner. Leitmotivartig zieht sich dieser Satz durch Wagners Werk und seine imaginative and prescient einer "ästhetischen Weltordnung". Kunst und Politik werden dabei untrennbar miteinander verwoben. Ein demokratisiertes Publikum soll ein Gesamtkunstwerk erleben, in dem die Einzelkünste zum Musikdrama verschmelzen. Wagner knüpft mit seinem Modell an die antike Polis an, die er idealtypisch in der Moderne wiederbeleben will. In die Neuauflage des revolutionären Wagner-Buchs lässt der Autor weitere überraschende und umfangreiche Analysen u.a. zu Wagners Antisemitismus einfließen.

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Einer von ihnen war Julius Fröbel, mit dem Wagner bald ein freundschaftliches Verhältnis hatte. Fröbel war ein Anhänger der Philosophie von Feuerbach, hatte 1846 ein Sytem der socialen Politik publiziert, eine linkshegelianisch inspirierte Theorie der Gesellschaft, in welcher die Freiheit der Person zum Ausgangspunkt eines auf den Prinzipien lockerer Assoziation begründeten politischen Modells gemacht wurde 62 . Für Fröbel 59 in: GSD, Bd. 12, S. 218 ff. V, S. 211 ff. 60 Eine frühe Studie ist die von Hermann Müller, Richard Wagner in der Mai-Revolution.

Ein wirklich liebenswürdiger, zartfiihlender Mensch«, dessen »kulturfeindliche Wildheit mit der Forderung des reinsten Ideals der Menschlichkeit sich berührte«3! Von mächtiger Gestalt, von »imponierender Kraft« und »unbändigem Mut«32, von mitreißender Rhetorik, ein an Hegel geschulter Denker, der durch die Lektüre Proudhons zum Anarchisten wurde, immer bereit zum Handeln und zur spontanen und gewaltsamen Revolution, aufgeschlossen gegenüber den Künsten und auch Wagners eigener Kunst, deren genauere Intentionen er allerdings erst nach gelungener Revolution von diesem erfahren wollte, eine insgesamt schillernde, aber gerade deshalb so beeindruckende und einnehmende Persönlichkeit - Wagner vermochte sich ihm und seinem Einfluß nicht zu entziehen, er war »wie berauscht von diesem Manne«33.

Wo Anarchisten die bestehende Gesellschaft insgesamt verwarfen, ihre Institutionen in toto kritisierten, konnte Wagner ihnen zustimmen, weil er selbst alle institutionellen Einbindungen nur als bloß freiheitseinschränkend und vor allem extrem kunstfeindlich empfand. Wo Anarchisten die Partikularität des modernen Zeitalters, die Entfremdung und Vereinzelung der Menschen angriffen und dagegen Vorstellungen eines umgreifenden Ausgleichs der Gemeinschaft mit ihren einzelnen Mitgliedern setzten, konnte Wagner seine eigene Intention einer auf das Ganze gehenden und Identität verbürgenden Kunst, in der die gesellschaftlichen Widersprüche aufgehoben werden sollten, angesprochen fiihlen.

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